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Ratgeber · Strom & Gas

Abschlag für Strom oder Gas zu hoch? So passen Sie ihn an

Wie Abschläge berechnet werden, wann der Versorger sie erhöhen darf, was mit einem Guthaben passiert und wie Sie Ihren passenden Abschlag selbst ausrechnen.

Von Niklas Scherhaufer & Ivan BeregovojStand: 3 Min. Lesezeit

Dieser Artikel ist nur auf Deutsch verfügbar.

Kurz gesagt
  • Abschläge müssen sich laut Verbraucherzentrale am tatsächlichen Verbrauch des Vorjahres orientieren.
  • Während des Abrechnungszeitraums darf der Versorger sie nur erhöhen, wenn Sie einverstanden sind. Ausnahme: eine wirksame Preiserhöhung.
  • Ein Guthaben muss mit dem nächsten Abschlag verrechnet oder innerhalb von zwei Wochen ausgezahlt werden.
  • Den passenden Abschlag können Sie mit Ihrer letzten Jahresabrechnung selbst ausrechnen.

Worauf ein Abschlag beruht

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen stellt klar: Abschlagszahlungen für Strom und Gas müssen grundsätzlich auf dem tatsächlichen Verbrauch des Vorjahres beruhen. Ein Abschlag, der deutlich darüber liegt, ist ein Grund nachzufragen.

Wann der Versorger erhöhen darf

Im laufenden Abrechnungszeitraum darf der Versorger Abschläge nur erhöhen, wenn Sie einverstanden sind. Eine Ausnahme gilt, wenn er seine Preise wirksam erhöht hat. Dann darf er die Abschläge entsprechend anpassen. Bei einer Preiserhöhung haben Sie außerdem ein Sonderkündigungsrecht (mehr dazu im Artikel zur Preiserhöhung).

Guthaben gehört Ihnen

Ergibt die Jahresabrechnung ein Guthaben, muss der Anbieter es laut Verbraucherzentrale mit dem nächsten Abschlag verrechnen oder innerhalb von zwei Wochen auszahlen. Halten Sie Abschläge für zu hoch, können Sie verlangen, dass der Versorger sie herabsetzt.

So rechnen Sie selbst nach

Nehmen Sie Ihre letzte Jahresabrechnung. Multiplizieren Sie den Jahresverbrauch in kWh mit dem aktuellen Arbeitspreis, addieren Sie den Grundpreis für das Jahr und teilen Sie das Ergebnis durch die Zahl der Abschläge, meist zwölf. Ein kleiner Puffer kann sinnvoll sein, wenn Ihr Verbrauch steigen dürfte.

Wenn der Abschlag dauerhaft hoch ist

Ein hoher Abschlag ist oft ein Zeichen für einen teuren Tarif. Dann lohnt der Blick auf Grundpreis, Arbeitspreis und Laufzeit. Wir prüfen Ihre Abrechnung und sagen Ihnen, ob ein Wechsel sich rechnet.

Checkliste

  • Letzte Jahresabrechnung bereitlegen
  • Abschlag selbst nachrechnen
  • Bei zu hohem Abschlag Anpassung verlangen
  • Guthaben verrechnet oder ausgezahlt?
  • Tarif insgesamt prüfen

Häufige Fragen

Darf ich den Abschlag einfach selbst kürzen?

Sprechen Sie das mit dem Versorger ab und verlangen Sie die Anpassung. Eigenmächtig weniger zu zahlen kann zu Mahnungen führen.

Was passiert bei einer Nachzahlung?

Haben Sie mehr verbraucht als über die Abschläge bezahlt, wird die Differenz mit der Jahresabrechnung fällig. Ein Abschlag, der zum tatsächlichen Verbrauch passt, vermeidet große Nachzahlungen.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale Niedersachsen: Abschlagszahlungen für Strom und Gas richtig berechnen (Stand 07.08.2026)

Stand 1. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Fördermittelberatung. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die verlinkten Quellen in ihrer jeweils aktuellen Fassung.