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Ratgeber · Gebäudesicherheit

Einbruchschutz: Was laut Polizei wirklich hilft

82.920 Wohnungseinbrüche und Versuche im Jahr 2025, fast die Hälfte scheitert. Warum mechanische Sicherung zuerst kommt und wann eine Alarmanlage sinnvoll ergänzt.

Von Niklas Scherhaufer & Ivan BeregovojStand: 3 Min. Lesezeit

Dieser Artikel ist nur auf Deutsch verfügbar.

Kurz gesagt
  • 2025 registrierte die Polizei 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich Versuchen, 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • 44,9 Prozent der Taten blieben im Versuch stecken, nicht zuletzt wegen Sicherungstechnik.
  • Die Polizei empfiehlt zuerst mechanischen Schutz an Türen und Fenstern; eine Alarmanlage ist eine sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz.
  • Eine kostenlose Beratung bietet die Polizei selbst an.

Die Zahlen

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) 2025 wurden 82.920 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl erfasst, einschließlich der Versuche. Rechnerisch ist das etwa ein Fall alle sechs Minuten. Aufgeklärt wurden 14,1 Prozent. Dazu kommt ein Dunkelfeld: Nach der Befragung „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ (SKiD 2024) wird nur ein Teil der Taten angezeigt, vollendete Einbrüche deutlich häufiger als Versuche.

Die gute Nachricht steht in derselben Statistik: 44,9 Prozent der Einbrüche scheiterten 2025 im Versuch. Die Polizei führt das ausdrücklich auch auf Sicherungstechnik zurück.

Zuerst die Mechanik

Einbrecher wollen schnell und leise hinein. Gute Schlösser, Beschläge und einbruchhemmende Fenster und Türen halten sie auf. Die Polizeiliche Kriminalprävention betont: Mechanische Sicherungen sind die wesentliche Voraussetzung für wirksamen Einbruchschutz. Sie wirken nur, wenn sie fachgerecht eingebaut sind.

Dann die Alarmanlage als Ergänzung

Eine Einbruchmeldeanlage kann mechanische Sicherungen nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen: Sie meldet den Versuch, bevor jemand im Haus ist, und macht mit Sirene und Benachrichtigung darauf aufmerksam. Die von der Polizei empfohlene Kombination aus Mechanik und einer Gefahrenwarnanlage mit Einbruchmeldefunktion kennzeichnet sie als K-EINBRUCH-Level B+.

Für Planung und Einbau empfiehlt die Polizei qualifizierte Errichterunternehmen; polizeilich empfohlene Betriebe sind an einem eigenen Gütesiegel zu erkennen und über die Fachbetriebssuche zu finden. Fragen Sie jeden Anbieter, nach welchen Vorgaben er plant, und ob Ihre Hausratversicherung Anforderungen stellt.

Kameras: sehen, nicht verhindern

Kameras helfen, Ereignisse nachzuvollziehen und Bewegungen früh zu bemerken. Einen Einbruch verhindern sie allein nicht. Sinnvoll sind sie dort, wo sie einen konkreten Zweck erfüllen und nur das eigene Grundstück erfassen.

Checkliste

  • Haus- und Nebentüren: Schloss, Beschlag, Zylinder prüfen
  • Fenster und Terrassentüren im Erdgeschoss nachrüsten lassen
  • Kostenlose Beratung der Polizei nutzen
  • Alarmanlage als Ergänzung: Außenhaut zuerst (Öffnungsmelder)
  • Alarmierung festlegen: wer wird wie informiert?
  • Gekippte Fenster gelten als offen, auch bei kurzer Abwesenheit

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Alarmanlage ohne mechanischen Schutz?

Die Polizei sieht die Alarmanlage als Ergänzung, nicht als Ersatz. Sie meldet einen Versuch früh. Aufhalten müssen ihn Türen und Fenster.

Wer berät kostenlos?

Die (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen bieten kostenlose und unabhängige Beratung an. Die Adressen finden Sie über k-einbruch.de.

Quellen

  1. BKA: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
  2. Polizeiliche Kriminalprävention: PKS Einbruch 2025
  3. Polizeiliche Kriminalprävention: Alarmanlagen: Checkliste
  4. Polizeiliche Kriminalprävention: K-EINBRUCH-Level
  5. Polizeiliche Kriminalprävention: Fachbetriebssuche und kostenlose Beratung

Stand 1. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Fördermittelberatung. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die verlinkten Quellen in ihrer jeweils aktuellen Fassung.